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Hallo plastikfreier Juli – Na du, Lust auf eine neue Challenge?

Hallo und herzlich willkommen im plastikfreien Juli 2020! Der Sommer ist da!! Du hast Lust auf eine neue Challenge? Dann bist du hier genau richtig! Dieser Monat ist etwas ganz besonderes, denn seit bereits neun Jahren gibt es eine weltweite plasticfreejuly Kampagne. Bist du bereit Einweg-Plastik für immer zu verbannen? Dann sei dabei und werde Teil von etwas Großem! 

Hintergrund zum plastikfreien Juli

Wie jetzt plastikfreier Juli?! Wie soll ich denn da überleben und wer kam denn überhaupt auf die Idee?

Der Challenge „plastikfreier Juli“ wurde das erste Mal im Jahr 2011 von der australischen Initiative Western Metropolitan Regional Council ins leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, unser Bewusstsein für die Massen an Plastikmüll, die in unserem Alltag entstehen, zu stärken und uns zu aktivieren, den Verbrauch von Einweg-Plastik zu verringern. Mittlerweile beteiligen sich nicht nur Einzelpersonen sondern auch ganze Schulen, Geschäfte und Organisationen aus ca. 177 Ländern an der Challenge!

Warum eine plastikfrei Challenge?

Du Fragst dich vielleicht, warum das Ganze gemacht wird? Hast du dir schon mal darüber Gedanken macht, aus was eigentlich deine Plastikprodukte hergestellt werden, bevor diese nach wenigen Minuten in Benutzung wieder im Müll landen? Plastik wird aus Erdöl hergestellt –  einem nicht nachhaltigen Rohstoff.

Fakt ist, Plastik aus Erdöl

  • kann nicht abgebaut werden, sondern zerfällt nur immer weiter in noch kleinere Einzelteile, sogenanntes Mikroplastik.
  • landet des öfteren, gerade als „To Go“-Variante wie Plastikbecher, Plastiktüten, Strohhalme etc. in unserer Umwelt.
  • wird im Recyclingprocess nur downcycelt oder verbrannt.
  • findet vom Land seinen Weg in unsere Flüsse, Seen und Meere und wird dort von den Meeresbewohnern oft mit Nahrung verwechselt. Forscher vermuten, dass es bis 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Weltmeeren geben wird. Mehr Info zu findet ihr hier.
  • gelangt über Fische und andere Meerestiere auf unseren Teller.

Die Zukunft gehört den Mutigen

Die australische Initiative hat sich zum Ziel gesetzt gegen das Plastikproblem vorzugehen. Was allerdings 2011 in Australien mit ein paar mutigen Weltverbesserern begann, hat sich über die Jahre zu einer weltweiten Aufklärungskampagne etabliert. Damit wir uns an die neuen Gewohnheit gewöhnen können, starten wir weltweit im Juli mit der Challenge für einen neuen nachhaltigen Lebenswandel um unseren Planeten zu retten.

Auf plasticfreejuly.org kannst du dich auch anmelden, einen Fragebogen ausfüllen und dir viele Tipps sowie Rezepte holen.

Allerdings scheint das Thema plastikfrei im Alltag schwieriger zu sein als es auf dem ersten Blick scheint.
Fun Fact: Wir essen mit jeder Mahlzeit, die wir zu uns nehmen, mehr als 100 Plastikteile.
Wie das gehen soll? Wie bereits erwähnt, landet Plastik auch auf unseren Tellern – versteckt im Fisch, Honig, Bier, Zucker und sogar im Salz.

Wie funktioniert die Challenge

Ganz einfach: Versuche im Juli Einwegplastik zu vermeiden. Dabei geht es nicht darum, ob du es komplett schaffst oder nicht. Es geht alleine darum, dass du mitmachst und so gut es geht versucht, Einwegplastik bewusst zu vermeiden.
Wie lange du durchhältst entscheidest du selber. Einen Tag, eine oder 4 Wochen – das entscheidest du für dich individuell.

Wo fang ich denn da überhaupt an?

Da viele bestimmt zuerst etwas überfordert sind mit der Challenge und nicht wissen, wo sie überhaupt anfangen sollen, habe ich dir ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt die dir dabei helfen könnten, diesen Monat zu überleben.
Die Alternativen für Einweg-Plastik lassen sich unglaublich einfach – und auch dauerhaft – in deinen Alltag integrieren.
Es gibt viele Wege, den eigenen Plastikverbrauch konsequent zu reduzieren, der wichtigste ist überhaupt erst damit anzufangen.

Muss ich jetzt im Juli auf alles was Spaß macht verzichten?

Jetzt denkst du dir bestimmt: Wie langweilig der Juli jetzt wohl wird, wenn ich den neben dem ganzen Corona Chaos auch noch plastikfrei gestalten muss?! Wir müssen doch ohnehin schon auf so viel verzichten!

Keine Sorge: nur weil wir versuchen sollten im Juli so gut es geht plastikfrei zu leben, heißt das nicht, dass wir automatisch auf alles was Spaß macht verzichten müssen!! Auch wenn die einfachste Art um Ressourcenverschwendung entgegenzuwirken ist diese erst gar nicht entstehen zu lassen. Immer öfter bekommen wir von andere ein schlechtes Gewissen eingeredet und uns wird vorgepredigt, dass wir auf gewisse Dinge verzichten müssen und lernen sollen öfter Nein zu sagen. Nein zu unnötigem Einweg-Plastik.

Das mag zwar auf der einen Seite richtig sein, aber auf der anderen Seite sollte man anstatt auf alles zu verrichten sich nach besseren Alternativen umschauen. Zum Beispiel kannst du anstatt dem Jogurt aus dem Plastikbecher zu einem aus einem Pfandglas greifen!

Wasser aus der Leitung.. na lecker!

Der einfachste Weg um Einwegplastikflaschen einzusparen ist es, das Wasser aus der Leitung zu trinken. Schmeckt – aber schmeckt halt leider nicht jedem!
Wenn dich dann doch mal die Lust auf eine Limo oder kalte Cola überkommt, greife ganz einfach zur Glas! Daher muss sich keiner Sorgen machen, dass er im Juli nur noch langweiliges Leitungswasser trinken kann.
Wenn es dann doch mal eine Plastikflasche (mit Pfand) werden sollte, verzichte darauf die Flasche wiederzuverwenden. Durch Wärme und Reibung können Einweg-Plastikflaschen giftige Chemikalien bzw. Weichmacher freigesetzten. Zudem können bei mehrmaligen Gebrauch Risse entstehen, in welchen sich Bakterien ansammeln können.

Tipp: Trinkflasche aus Edelstahl oder Glas verwenden die man gut auswaschen kann.

Eigener Kaffeebecher statt single use Coffee Cups

Die stylischen Einweg-Kaffeebecher aus den Cafés sind in den letzten Jahren, gerade bei Social Media, zu einem medialen Statussymbol geworden. Auch verständlich – die Betreiber der Cafés geben sich auch richtig mühe unseren Kaffee in einem schönen Becher zu präsentieren. Die Menge aller 2Go-Varianten für Getränke hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt (Stand März 2020).  Allein in Deutschland entstehen durch 2Go-Becher jährlich rund 55.000 Tonnen Abfall. Zum Vergleich: Damit hat der Einwegbecher bereits die Plastiktüte als Abfallverursacher im Alltag überboten. Mehr Infos zu dem Thema Einwegbecher findest du hier.

Tipp: Bring am besten gleich deinen eigenen Kaffee von zuhause in einem wiederverwendbaren Kaffeebecher mit oder lass diesen unterwegs in deinem eigenen Becher auffüllen. Mittlerweile gibt es super stylische Mehrwegbecher!

Pfand statt Müll

Im Juli wird es für dich vermutlich sehr schwierig werden Essen zu bestellen, was nicht in Plastik verpackt ist. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, aber schwieriger! Manchen Anbieter geben dir dein Essen direkt in deine eigene Schüssel/Dose. Andere bieten auch die neue Rebowl von Recup an. Auf diese gibt es Pfand, welches du bei der Rückgabe zurück bekommst. Allerdings musst du hier auch auf dein Besteck achten. Also keine Panik! Auch die unter uns, die keine Zeit haben zum kochen, werden im Juli nicht verhungern!

Selber kochen statt bestellen 

Die bessere Alternative um viel Plastikmüll beim Essen einzusparen ist: ganz klar, selber kochen! Von Salaten wie Nudelsalat oder Obstsalat bis hin zu Smoothie-Bowls oder selbstgemachten Gemüsepfannen. Alles lässt sich easy selber machen und vor allem erhältst du alle Zutaten unverpackt in diversen Supermärkten. Noch für alle Naschkatze unter uns: Selbst der Nachtisch lässt sich einfach herstellen oder durch gesündere Alternativen ersetzten. Selbstgemachte Müsliriegel oder Energiebällchen, Nüsse oder Datteln sind der perfekte Süßigkeitenersatz.

Tipp: in Unverpackt-Läden erhältst du auch Nüsse und Datteln unverpackt. Außerdem gibt es bei Schokolade auch gute Alternativen ohne Plastik!

Putzen ohne die Umwelt zu belasten

Nachhaltig und plastikfrei beim Putzen?! Wusstest du, dass wir beim Putzen auch auf nachhaltige Produkte umsteigen können?
Zum einen kannst du anstatt der konventionellen, gelben Putzschwämme auf nachhaltige und wiederverwendbare Alternativen wie z.B.  dem Luffa-Schwamm umsteigen und zum anderen kannst du dein auch easy Putzmittel selber machen!

Nachhaltig und plastikfrei Duschen

Wir vom Less Waste Club beschäftigen uns täglich mit der Herausforderung, wie wir unsere Badezimmer plastikfrei bekommen. Wir starten aktuell mit unserem Duschgel Pulver. Mit unserem Duschpulver kannst du plastikfrei duschen und der Umwelt etwas gutes tun! Wie das gehen soll? Unser Pulver besteht aus natürlich Inhaltsstoffen und ist in Papier verpackt, welches du ganz einfach über den normalen Papiermüll entsorgen kannst. Am besten verwendest du für das Pulver in einem bereits existierenden Duschgel Spender, um kein neues Plastik erzeugen zu müssen. Falls du keinen parat haben solltest: Unsere Less Waste Club Duschgel Spender sind aus recyceltem PET – das bedeutet, dass auch für deren Herstellung kein neues Plastik erzeugt werden musste.

Good news: unser Duschgel Pulver ist biologisch abbaubar und frei von Mikroplastik!

Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie

Hast du schon mal etwas von den Bienenwachstüchern gehört von denen gerade jeder Öko schwärmt? Mittlerweile kannst du diese in fast jedem Laden kaufen oder – was noch viel besser ist – selber machen. Für was die Tücher gut sind? Sie halten deine Lebensmittel frisch – ganz ohne Plastik! Vom aufgeschnittenem Obst und Gemüse bis hin zum selbstbelegten Brötchen. Allerdings sollten die Tücher nicht in Kontakt mit schnell verderblichen Lebensmitteln, wie z.B. Fleisch oder Fisch kommen.

Eigener Kräutergarten

Im Supermarkt findet man Kräuter entweder frisch verpackt in Plastik oder in der Gefriertruhe. Alternativ gibt es diese auch in Bioläden lose zu kaufen.
Allerdings sind Kräuter unglaublich einfach selbst anzupflanzen. Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin und Minze sind super pflegeleicht – auch für Leute ohne grünen Daumen. Du kannst sie ganz einfach auf deine Fensterbrett, Terrasse, Balkon oder im Garten züchten. Durch viel Sonne und regelmäßiges gießen kann hier nichts schief gehen! So steht eurem nächsten Sommer Getränk nichts mehr im Weg!

Bist du bereit? Dann lass uns gemeinsam in einen Juli ohne Plastik starten und gemeinsam etwas gegen das Plastikproblem unternehmen!!

Anbei ein paar Rezepte zur Inspiration, um euch den Juli etwas schmackhaft zu machen:

Wassermelone Limonade:

  • 1 Liter Wasser
  • 50g Zucker
  • 2 Zitronen
  • 1kg Wassermeldonenfruchtfleisch
  • 0,5-0,7 l Mineralwasser
  • reichlich Eiswürfel

Eistee selber machen z.B. mit Rooibos Vanille Tee

  • 1 Liter Wasser
  • 3 Beutel Rooibos Vanille Tee
  • 1 große Zitrone
  • 1 Bund Zitronemelisse
  • Holunderblütensirup (alternativ Honig, Agavendicksaft)
  • Eiswürfel

Oder normaler Eistee mit schwarzem Tee:

  • 1 Liter Wasser
  • 4 bis 5 Beutel schwarzer Tee
  • etwas Honig oder Agavendicksaft
  • Eiswürfel
  • 1 Zitrone

Erdbeer Mojito

  • 4 EL Rosenblüten Sirup
  • 2 Bio Limetten
  • 300 ml Tonic
  • 200 g Erdbeeren
  • 1 Handvoll Rosenblüten
  • 1 Bund frische Minze
  • 1 Handvoll Eiswürfel

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